Sitzung der LaKoF Bayern in Regensburg: Gleichstellung gemeinsam weiterdenken

Am 9. und 10. Juli 2026 kamen die Mitglieder der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen (LaKoF Bayern) zu ihrer Sitzung in Regensburg zusammen. Gastgeberinnen waren die dortige Universität und HAW (OTH). Vertreten waren die Frauenbeauftragten der Universitäten, Kunst- und Musikhochschulen sowie der Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) ebenso wie die Gleichstellungsbeauftragten für das wissenschaftsstützende Personal.

Bereits am Donnerstag startete die Konferenz mit einem Workshop zur Überarbeitung der LaKoF-Satzung, geleitet von Dr. Isabell Lisberg-Haag. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung und Modernisierung der Satzung sowie die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis und den Aufgaben der LaKoF Bayern. Die Teilnehmenden führten hierzu intensive und konstruktive Diskussionen und vereinbarten weitere Arbeitsschritte für den laufenden Prozess.

Am Abend bot eine Stadtführung Gelegenheit, auf den Spuren bedeutender Regensburger Frauen die historische Altstadt zu erkunden. Beim gemeinsamen Abendessen gab es Gelegenheit zum persönlichen Austausch in besonderem Ambiente.

Den Freitag eröffnete Prof. Dr. Astrid Ensslin, Universitätsfrauenbeauftragte der Universität Regensburg, mit einem Grußwort. Dann berichteten die Sprecherinnen der LaKoF Bayern, Prof. Dr. Elke Wolf (HAW) und Prof. Dr. Helga Stopper (Universitäten), über die gemeinsamen Aktivitäten des vergangenen Jahres. Dabei wurden auch das neue Logo sowie die künftig vollständig überarbeitete Homepage der LaKoF vorgestellt, die im September online gehen soll.

Ein wichtiger Programmpunkt war zudem der Austausch mit Ministerialrätin Dr. Karin Lobinger, Leiterin des Referats „Zentrale Angelegenheiten, Frauenförderung in der Forschung und Lehre, Gleichstellung“ im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, zu aktuellen gleichstellungspolitischen Themen.

Als fachlichen Beitrag war Prof. Dr. Ulrike Lembke eingeladen. Sie stellte ihr Gutachten „Verfassungswidrige Anweisung zur Diskriminierung: Sprachverbote an Hochschulen und die Pflicht zu geschlechtergerechter Sprache“, das sie im Auftrag der bukof erstellt hat, vor. Dabei ging sie der Frage nach, ob Verbote geschlechtergerechter Sprache im Widerspruch zur Verfassung stehen könnten. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sehen das Sprachverbot in Bayern insgesamt sehr kritisch, weil es zu einer großen Verunsicherung bei allen Hochschulangehörigen geführt hat und die Verwendung geschlechterinklusive Sprache in der alltäglichen Praxis deutlich reduziert hat – weit stärker als es die aktuellen Regelungen der AGO erfordern. Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmenden daher über Möglichkeiten, für einen respektvollen und inklusiven sprachlichen Umgang einzustehen.

Zum Abschluss der gemeinsamen Sitzung wurden Prof. Dr. Helga Stopper und Leit. AkadDir’in Pamela Koch als (stellvertretende) Sprecherinnen der Universitäten verabschiedet. Für ihr nachhaltiges Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit dankten ihnen die Sprecherinnen der HAW, Prof. Dr. Elke Wolf und Prof. Dr. Christina Völkl-Wolf, ausdrücklich.

Im Rahmen der Neuwahlen für den Bereich der Universitäten wurden Prof. Dr. Heike Feldhaar (Universität Bayreuth) zur Sprecherin sowie Prof. Dr. Miriam Banas (Universität Regensburg) zur stellvertretenden Sprecherin gewählt.

Den Abschluss der Sitzung bildeten getrennte Beratungen der Universitäten und der Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Dort wurden jeweils hochschulartspezifische Themen, aktuelle Herausforderungen und Arbeitsprogramme diskutiert.

Die Regensburger Sitzung zeigte einmal mehr, wie wichtig der hochschulübergreifende Austausch für die Weiterentwicklung von Gleichstellung und Chancengerechtigkeit an den bayerischen Hochschulen ist. Neben der inhaltlichen Arbeit bot die Tagung zahlreiche Gelegenheiten zur Vernetzung und zur gemeinsamen Entwicklung neuer Impulse für die Gleichstellungsarbeit in Bayern.